Viele Jahre, keine Einigung (Update)

Joint Committee EU-Turkey has just not adopted 2 resolution that it has been working on for years. Effort wasted :-(Der Preis für den demotivierendsten Tweet des Tages geht heute an die Europaabgeordnete Ska Keller (Grüne/EFA), die ihr Bedauern darüber äußert, dass der EU-Türkeiausschuss (verfolgt insbesondere die Fortschritte bei den Beitrittsverhandlungen) es nicht geschafft habe, sich in den letzten vier Jahren auf zwei Antragstexte zu verständigen, und diese am heutigen Tag ablehnte. Den genauen Inhalt dieser Anträgen konnte ich nicht ausfindig machen, er sollte allerdings morgen in den Sitzungsdokumenten zu finden sein. Immerhin scheint der Rest der Ausschusssitzung in Istanbul wieder normal zu verlaufen. Hoffen wir also, dass der Aufwand nicht ganz umsonst ist. ;-)

Wenn deine Europaabgeordneten mit dir zwitschern

.. klingt das zunächst befremdlich. Wenn man sich das Projekt dahinter anschaut, und feststellt, dass es sich mal wieder um irgendwas mit Twitter handelt, schon weniger. Ob Twitter nun Fluch oder Segen ist, möchte ich an dieser Stelle gar nicht beantworten. Es scheint klar, dass der Dienst für viele Zwecke geeignet ist, aber eben nicht für alle und vor allem nicht für alle Zielgruppen. Seit Obama (lege schnell 2 Euro ins Phrasenschwein oder die buzz word box) meint die Politik, im Internet das Allheilmittel gegen Desinteresse in der Bevölkerung gefunden zu haben. So leicht ist das natürlich nicht. Es hat sich aber nicht zuletzt in der Bundestagswahl gezeigt, dass jene, die offen mit den digitalen Medien umgehen und sie nutzen, um in den Dialog treten, in der Tat neue Wählerschaften erschließen können. Jene, die drei Mal die Links zu ihren Pressemitteilungen getwittert haben, werden wohl kaum Wähler deswegen verloren haben, neue gewonnen, haben sie aber mit Sicherheit nicht über Twitter, Facebook und die VZs. Dialogbereitschaft, Authentizität und viele andere Schlagwörter wird sich die Politik noch länger anhören müssen, bis wir Internetwahlvolk endlich zufrieden sind. Continue reading

EuroparlTV bleibt auf Twitter .. und mysteriös!

Nachdem ich gestern vom plötzlichen Einstellen des @europarltv Twitterkontos berichtet habe, ergab sich heute im Laufe des Tages eine Neuerung, die mir mehr als nur ein Update des vorherigen Blogposts wert ist. Denn nun soll doch wieder alles ganz anders sein, das Parlementsfernsehen weiter Twitter als Kanal für die Ankündigung seines Sendeprogrammes dienen.

europarltv_3

Wer nun aber glaubt, dass sich alles in Wohlgefallen aufgelöst hat, wird sich wohl täuschen. Auf einmal ist dieser Tweet nämlich nicht mehr mit dem Webclienten Hootsuite gesendet worden, wie die Betreiber des Kontos es zuvor gemacht haben, sondern über die Twitterseite selbt. Auch Logo und Hintergrund wurden entfernt und durch Standarddesigns ersetzt. Da kommen doch sofort wieder kleine Verschwörungstheorien auf. ;)

Nun ja, um eine Verschwörung wird es sicherlich nicht handeln, aber intransparent ist das Verhalten der DG Communication weiterhin. Ich unterstelle ihr jetzt damit freilich, dass sie den Account übernommen hat und ihn einfach nicht löschen wollte. Vielleicht engagiert man im Parlament ja noch eine Social-Media-Agentur, die das Twitterkonto weiterführt. Vielleicht bekomme ich aber auch noch eine Antwort auf meine gestrige E-Mail und alles löst sich auf. Bis dahin .. draw your conclusions! /ironie_off

Getwitterte #Europawahl

Mit den heutigen Schlusskundgebungen der Parteien und politischen Vereinigungen endet auch größtenteils deren Wahlkampf für die Europawahl, die in der Mehrzahl der EU-Mitgliedsstaaten am Sonntag stattfindet, so auch in Deutschland. Aber Moment mal? Was denn für ein Wahlkampf? Und selbst wenn man schon vereinzelte Elemente von Wahlkampf feststellte, dann war es doch ganz sicher keiner für das Europäische Parlament. Vielmehr behandelten die Parteien diese Wahl als einen Test für die Bundestagswahl im Herbst. (Und das gaben sie mitunter auch freimütig zu.) Wenngleich die Finanzierung aus der Europäischen Union doch eigentlich auf einen europäischen Wahlkampf ausgerichtet ist, nutzen die Parteien die Ressourcen wohl lieber für nationale Kampagnen. Aber ich drifte ab!

Was europäische Themen aber zu wenig in den Wahlkampagnen und herkömmlichen Medien vorkam, schaffte es umso mehr in die digitale Welt. Allein auf Twitter, das ja gerade ein unheimlicher Hype in Deutschland ist, hat sich in den letzten Wochen und in vielen Sprachen eine verhältnismäßig starke Diskussion zur Europawahl entwickelt. Wem es aber zu anstrengend ist, den Überblick über die Diskussion zu behalten oder gar allen Tweets mit den Hashtags #ep09 oder #eu09 zu folgen, der hat nun dank Thomas (@codeispoetry) und Malte (@malte_politicus) die Möglichkeit, eine schnelle Übersicht über die heiß diskutierten, deutschsprachigen Themen zu bekommen. Auf www.twitterthemen.de/europa haben sie eine Themenwolke zur Europawahl veröffentlicht. Wer also wissen möchte, was grüne Bürgerrechtler in den Niederlanden mit der Piratenpartei zu tun haben könnten, sollte mal draufschauen.