Also langsam werde ich ungeduldig, gar ein bißchen ungehalten. Der tschechische Staatpräsident Klaus ist nun der allerletzte, der den Vertrag von Lissabon noch unterzeichnen muss, damit dieser nach fast zwei Jahren seit Unterzeichnung auch endlich in Kraft treten kann. Er ist die Person, die die Verhandlung der letzten Dekade blockiert und zeigt so umso mehr auf, warum wir überhaupt institutionelle Reformen in der Europäischen Union brauchen. Der Vertrag hat immerhin seine juristisch-demokratische Legitimierung aus allen Mitgliedsstaaten erhalten, und eben auch vom tschechischen Parlament. Dennoch hält Klaus mit seinen Spielchen die ganze Union Geisel. Ich finde das unerträglich. Ich verstehe aber ehrlich gesagt auch nicht so recht warum. Seine Ängste vor einer EUDSSR kann ich nicht nachvollziehen, vielleicht aber viele der zur Stunde über 12.000 Petitionäre, die gegen den Vertrag zu Felde ziehen.
Die Europäischen Föderalisten scheinen weniger den Unwillen also das Unvermögen beim tschechischen Präsidenten zu vermuten und schicken ihm eine Reihe von Stiften aus allen 27 Mitgliedsstaaten, damit ihm nicht das Gleiche wie Kaczynsky passiert, dem im entscheidenden Moment die Tinte ausging.
Dass Václav Klaus die motorischen Fähigkeit besitzt, den Vertrag zu unterschreiben, hat er erst kürzlich bei einer Autogrammstunde in einer Buchhandlung in Brno bewiesen, bei der es fünf Studierenden gelang ihm das Vertragswerk zur Unterschrift vorzulegen. (hier, hier, hier)