Spanisches Bloggerfrühstück abgesagt

Mich erreichte heute Nachmittag die Benachrichtigung der PR-Agentur Burson-Marsteller [1], dass das für morgen geplante Bloggerfrühstück zur spanischen Ratspräsidentschaft “aufgrund eines zu geringen Rücklaufs abgesagt werden muss”. Es kommt in der Tat sehr kurzfristig, aber ich bin ehrlich gesagt wenig überrascht. Es ist ja leider nicht das erste Mal, dass die spanische Botschaft einen Termin platzen lässt. Euroblogger Julien Frisch hatte letzte Woche meine grundsätzliche Skepsis zu dem Format aufgenommen und seinen eigenen Schluss aus der Einladung gezogen:

“In advance, the “blogger breakfast” sounds like a big PR move, a story-teller on how transparent they are, while they actually don’t change their intransparency, they just extend it to a bunch of citizens who then write a blog about a two-hour breakfast paid by taxpayer money.”

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Eurobloggerfrühstück in der Spanischen Botschaft (Update)

Nachdem mein erstes “Treffen” mit der spanischen Ratspräsidentschaft im Januar dieses Jahres leider ausfallen musste, bietet sich ganz spontan eine neue Möglichkeit. Die Spanische Botschaft in Berlin lädt per E-Mail, heute würde man wohl eher sagen viral, zu einem Europa-Blogger-Frühstück am 16. März 2010 mit dem Botschafter Rafael Dezcallar y Mazarredo ein.

Ich habe mich nach einigem Zögern doch zu diesem Frühstück angemeldet und bin in erster Linie gespannt, wen ich noch so alles treffen werde. Denn ein Wenig skeptisch bin ich schon. Die Homepage der Spanischen Botschaft hüllt sich bislang in Schweigen über das Treffen, auch sonst gibt sie nicht sonderlich viele Informationen über den spanischen Teil der Triopräsidentschaft der Europäischen Union. Da wundert mich die Wahl des Mediums, mit welchem über das Treffen berichtet werden soll.

In der Einladung, die ich auch über Twitter weitergeleitet hatte, heißt es:

Botschafter Dezcallar y Mazzarredo wird einen kleinen Kreis von Politik-Bloggern über die Prioritäten der Spanischen EU-Ratspräsidentschaft und über die aktuellen Entwicklungen in der EU informieren.

Der Botschafter will uns also informieren. Das ist gut, vielleicht dürfen wir auch nachfragen, das wäre besser. Überhaupt schwirren mir vor diesem Frühstück viele Fragen im Kopf. Werden die deutschsprachigen Euroblogger (Gibt es uns eigentlich?) für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Ratspräsidentschaft benutzt? Warum werden eigentlich ausdrücklich Blogger und nicht Journalisten eingeladen? Warum fühlt es sich bislang wie so ein elitäres Hintertürtreffen?

Wenn ich mir nur alleine die Fragen stellen, werde ich allerdings auch nicht schlauer daraus. Darum habe ich mich entschlossen,  die Chance zu nutzen und hinzufahren. Immerhin gibt es auch noch viele ungeklärte Sachfragen, die ich gern von den Spaniern erläutert wüßte. Allein Themen wie die EU2020-Strategie, die bisherige Umsetzung von Lissabon & ACTA sollten für genug Gesprächsstoff bieten.

Wer noch Interesse hat, an dem Frühstück teilzunehmen, kann sich bis Donnerstag anmelden. (Die Teilnehmerzahl ist begrenzt ist. Die Teilnehmer werden in der Reihenfolge des Eingangs Ihrer Rückmeldung registriert.)

Update vom 15. März 2010: Das Frühstück wurde abgesagt!

Alles hat ein Ende

mission accomplished

Es ist vorbei, bye bye Junimond, möchte ich singen. Sechs Monate deutscher Ratspräsidentschaft sind zu Ende. Mit Erleichterung aber Wehmut schaue ich zurück auf das vergangene halbe Jahr, das Deutschland so viel Europa und Europa soviel Deutschland gebracht hat. Dieses Halbjahr war intensiv, es gab viele Veranstaltung und es war mir, der immer ein bißchen für die Idee eines vereinten Europas einsteht und versucht den europäischen Gedanken und diesen gemeinsamen Geist weiterzutragen, um vieles leichter, Gehör zu finden. Es schien fast so, als wollten viele getragen durch die massive Medienpräsenz der Europäischen Union mehr über Europa und unser Leben auf diesem Kontinent wissen. Das macht mich froh, und ich hoffe ganz stark, dass es uns möglich sein wird, ein wenig von dieser Europhorie in das nächste Halbjahr hinüberzuretten. Dann, wenn Portugal die Ratspräsidentschaft übernimmt wird, wird es hier wohl ruhiger. Und ich bemerke so gegen Ende des Monats auch ein gewisses Sättigungsgefühl bei dem einen oder der anderen. Also lasst jetzt eine kleine Sommerpause einlegen, um dann frisch gestärkt mit vollem Elan Europa wieder auf die Straße zu bringen. Denn genug zu tun, gibt es schließlich immern.