Es rumort in der europäischen Blogosphäre

Derzeit finden vielerorts Diskussionen über den Zustand der Euroblogosphäre statt. Ausgelöst wurde sie von einer Studie (PDF via Jon Worth) über den Einfluß von europapolitischen Blogs auf Entscheidungen und Kommunikationsverhalten in der EU, welche die PR Agentur Waggener Edstrom vor genau einer Woche in Brüssel vorstellte. Die Studie legt ein Ranking von Euroblogs vor, hat  aber sogleich einen Sturm der Entrüstung wegen ihrer fragwürdigen Methode hervorgebracht.

Ich habe letzte Woche dazu  ja schon einen englischen Beitrag verfasst. Eine viel exzellentere Zusammenfassung der ersten Beiträge findet sich jedoch bei Grahnlaw.

Als Reaktion auf diese Studie entbrannte die Diskussion förmlich. Neben der Kritik an der Studie haben sich auch neuen Fragen aufgetan.

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Warum uns eine europäische “Blogger gg. Journalisten”-Debatte nicht weiterbringt

Ich habe eigentlich langsam genug von selbstreferenziellen Debatten. Sei es, und da fasse ich mir mit diesem Beitrag auch selbst an die Nase, wenn wir Euroblogger viel Energie in die Diskussionen über die europäische Blogosphäre legen. Wenn Blogger allgemein über ihren Stellenwert in der Medienlandschaft streiten. Twitterer über die gesellschaftliche Akzeptanz und so weiter. Die Liste ließe sich beliebig fortführen.

Gerade auf der europäischen Ebene sind diese Debatte aber besonders häufig, habe ich den Eindruck. Europa macht es nicht anders. Die Europäische Union (wie auch ihre Rechtsvorfahren) kümmert sich seit jeher mehr darum, was es eigentlich sein möchte, anstatt einfach zu sein. Diejenige, die viel mit den europäischen Institutionen zu tun haben, neigen zudem oft dazu, sie in ihrem Verhalten zu kopieren.

Ich finde aber, dass wir, wie die polititschen Verantwortlichen, unsere Energie anders, nämlich konstruktiver und produktiver, einsetzen sollten und könnten.

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Ein Jahr aggregierte Euroblogs

Am 26. Januar 2009, ist ein kleines Projekt online gegangen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Diskussion in der europäischen Blogosphäre auch denen zugänglich zu machen, die nicht den Überblick behalten können. Vor einem Jahr nämlich startete das ehrenamtliche Bloggingportal (@bloggingportal), das mittlerweile weit über 500 Weblogs zu europäischen Themen auf einer einzigen Seite bündelt und einen schönen Überblick darüber bieten, was gerade in Europa diskutiert wird. Wenige Helferinnen und Helfer sichten dazu seit einem Jahr mit ungebrochenem Fleiß und Eifer die unzähligen Beiträge, verschlagworten sie und stellen die Interessantesten auf die Startseite (Feedadresse des editor’s choice). Einen herzlichen Glückwunsch an die Gründer und Macher dieser tollen Gemeinschaftsleistung. (Es sei in diesem Zusammenhang übrigens auf den lesenswerten Artikel des European Journalism Centres über das Portal hingewiesen.)

Ich selbst helfe seit Juli an dem Aggregator mit. Es ist schon beeindruckend, was für eine Fülle von europäischen Themen in den nationalen Blogosphären behandelt wird und wie viele kluge Köpfe sich so unterschiedliche Gedanken zu Europa, der Europäischen Union und deren Politik machen und diese mit allen teilen. Allein ein bisschen mehr Kommunikation zwischen den Bloggern wäre noch wünschenswert. Außerdem wünsche ich mir von den vielen Euroblogs noch mehr Mut, auch in der eigenen Sprache zu bloggen und damit die Eurobubble wenigstens ein Wenig aufzustechen. Für’s nächste Jahr dann. ;-)

Bildnachweis: Bloggingportal.eu