Wer Visionen hat, sollte bloggen

Es ist wieder soweit. Am 09. Mai 2010 feiert Europa seinen Tag. Der Europatag markiert jenen Tag im Mai 1950, an dem der damalige französische Außenminister Robert Schuman seine Vision über die Zusammenlegung der deutschen und französischen Kohle- und Stahlproduktion erklärte, und damit die Entstehung der Montanunion und ihrer Nachfolgerinnen bis zur heutigen Union ins Rollen brachte. Es ist daher verständlich, dass der 09. Mai eine Art Feiertag für die EU darstellt. Man kann den Europatag aber natürlich auch am 05. Mai feiern. An diesem Tag im Jahr zuvor ist der Europarat gegründet worden. Meistens fällt jenes Datum aber etwas unter den Tisch.

Aber genug der Geschichte. Jubeleuropäer feiern ohnehin die ganze Woche vom 03. bis zum 09. Mai 2010. So auch das Team vom Bloggingportal.eu. Wir haben gedacht, dass wir in dieser Woche ein kleines Europafest auf unseren Blogs und auf dem Portal feiern wollen. Was als kleine Idee in den Kommentaren auf Stephen Spillanes Euroblog began, und über Twitter zu einem festen Plan reifte, mündet nun in einer sogenannten Blogparade, in der wir alle Leserinnen und Leser bitten, ihre Vision von Europa niederzuschreiben. Also ein Wenig wie Schuman vor 60 Jahren.

Wie soll Europa in der Zukunft aussehen? Was wünscht ihr euch für eine Europäische Union? Das würden wir gern erfahren,und allen zugänglich machen. Daher bitten wir euch, schreibt es nieder! Ihr könnt auf euren eigenen Blogs schreiben, oder auf dem eigens eingerichteten Blog My Europe Week, auf Facebook oder Twitter, oder hier einfach unten kommentieren. Wir bitten euch nur, dass ihr uns die Links zu den Artikeln zukommen lasst, sodass wir eine kleine Übersicht auf dem Bloggingportal über alle Beiträge zusammenstellen können. Danke.

Julien Frisch hat sein Blog gelöscht [Update]

Das zumindest behauptet die Fehlermeldung der Bloggingplattform auf der Julien Frisch, Euroblogger der vordersten Reihe, sein Weblog gehostet hat. Er hat nie einen Hehl aus seiner Unabhängigkeit gemacht, und oft betont, dass er nicht wisse, ob er sein Euroblog auf ewig weiter betreiben wolle. Seine Bekanntmachung, dass er für zwei bis drei Wochen Urlaub vom Beiträge schreiben nehme, hat jedoch nicht darauf schließen lassen, dass er womöglich das Blog gänzlich einstellen wolle.

Ist das also nur eine Fehlermeldung? Zieht Julien um? Auf Twitter hat er zumindest kein Wort darüber verloren, dass möglicherweise eine technische Panne “Watching Europe” außer Betrieb gesetzt hat. Was ist also los?

Über Googles Cache ist das Blog natürlich noch erreichbar.

Update: Alles wieder in Ordnung, Julien konnte das Blog reaktivieren (siehe Kommentare). Ich dachte schon sonst etwas. Bei so’nem Blogger weiß man ja nie, woran man ist. Verzeiht mir bitte meine boulevardeske Panikmache. ;-)

Gehen Brüssel die Journalisten aus?

Es war nur eine kleine Meldung, die außer ein paar Retweets zunächst keine größere Debatte nach sich zog. Das Magazin EuropeanVoice meldete letzte Woche, dass sich die International Press Association (frz. abgekürzt API) um eine gefährdete Spezies in Brüssel sorge, die Journalisten.

“The number of accredited journalists has fallen again this year. API considers this an indication of the diminishing importance of Brussels for European media. This cannot be in the interest of either the European institutions or the Brussels press corps.” (EuropeanVoice vom 11. März 2010)

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Spanisches Bloggerfrühstück abgesagt

Mich erreichte heute Nachmittag die Benachrichtigung der PR-Agentur Burson-Marsteller [1], dass das für morgen geplante Bloggerfrühstück zur spanischen Ratspräsidentschaft “aufgrund eines zu geringen Rücklaufs abgesagt werden muss”. Es kommt in der Tat sehr kurzfristig, aber ich bin ehrlich gesagt wenig überrascht. Es ist ja leider nicht das erste Mal, dass die spanische Botschaft einen Termin platzen lässt. Euroblogger Julien Frisch hatte letzte Woche meine grundsätzliche Skepsis zu dem Format aufgenommen und seinen eigenen Schluss aus der Einladung gezogen:

“In advance, the “blogger breakfast” sounds like a big PR move, a story-teller on how transparent they are, while they actually don’t change their intransparency, they just extend it to a bunch of citizens who then write a blog about a two-hour breakfast paid by taxpayer money.”

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Ein Jahr aggregierte Euroblogs

Am 26. Januar 2009, ist ein kleines Projekt online gegangen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Diskussion in der europäischen Blogosphäre auch denen zugänglich zu machen, die nicht den Überblick behalten können. Vor einem Jahr nämlich startete das ehrenamtliche Bloggingportal (@bloggingportal), das mittlerweile weit über 500 Weblogs zu europäischen Themen auf einer einzigen Seite bündelt und einen schönen Überblick darüber bieten, was gerade in Europa diskutiert wird. Wenige Helferinnen und Helfer sichten dazu seit einem Jahr mit ungebrochenem Fleiß und Eifer die unzähligen Beiträge, verschlagworten sie und stellen die Interessantesten auf die Startseite (Feedadresse des editor’s choice). Einen herzlichen Glückwunsch an die Gründer und Macher dieser tollen Gemeinschaftsleistung. (Es sei in diesem Zusammenhang übrigens auf den lesenswerten Artikel des European Journalism Centres über das Portal hingewiesen.)

Ich selbst helfe seit Juli an dem Aggregator mit. Es ist schon beeindruckend, was für eine Fülle von europäischen Themen in den nationalen Blogosphären behandelt wird und wie viele kluge Köpfe sich so unterschiedliche Gedanken zu Europa, der Europäischen Union und deren Politik machen und diese mit allen teilen. Allein ein bisschen mehr Kommunikation zwischen den Bloggern wäre noch wünschenswert. Außerdem wünsche ich mir von den vielen Euroblogs noch mehr Mut, auch in der eigenen Sprache zu bloggen und damit die Eurobubble wenigstens ein Wenig aufzustechen. Für’s nächste Jahr dann. ;-)

Bildnachweis: Bloggingportal.eu