Anfang 2009 hat der Euroblogger Julien Frisch eine Antwort auf die Frage geben, warum er blogge. Gegen Ende desselben Jahres hat er die Frage erneut aufgenommen und daraus eine Anleitung abgeleitet, wie man zu einem Euroblogger würde. Seine Antwort: “In zehn Schritten, weil alles in zehn Schritten gemacht werden kann.”
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Blogger sollen beim Zugang zu den Institutionen ähnlich wie Journalisten behandelt werden
Das Blog La Oreja de Europa (Übersetzung) der spanischen Journalistin Macarena Rodríguez hat dem Sprecher und Mediendirektor des Europäischen Parlaments, Jaume Duch, in einem Interview entlocken können, dass Blogger/innen eine ähnliche Behandlung wie Journalisten für den Zugang zu den europäischen Institutionen erhalten sollen. Beide seien zwar verschieden, helfen jedoch jeweils die Bürger/innen und Europäische Union einander näher zu bringen, wird Duch zitiert. Daher prüfe man derzeit, Zugangsregeln für Journalisten auch auf Blogger/innen anzuwenden. Duch zeigt sich zuversichtlich, dass eine entsprechende Übereinkunft mit Kommission und Rat getroffen werden könne. “Es ist noch zu früh, um Ergbnisse zu verkünden, aber die Bereitschaft sei da”, twitterte Duch als Antwort auf einen Tweet, der diesem Post voranging.
Das Interview in voller Länge findet ihr auf El Mundo (übersetzt). Frage 19 behandelt das Thema.
Es rumort in der europäischen Blogosphäre
Derzeit finden vielerorts Diskussionen über den Zustand der Euroblogosphäre statt. Ausgelöst wurde sie von einer Studie (PDF via Jon Worth) über den Einfluß von europapolitischen Blogs auf Entscheidungen und Kommunikationsverhalten in der EU, welche die PR Agentur Waggener Edstrom vor genau einer Woche in Brüssel vorstellte. Die Studie legt ein Ranking von Euroblogs vor, hat aber sogleich einen Sturm der Entrüstung wegen ihrer fragwürdigen Methode hervorgebracht.
Ich habe letzte Woche dazu ja schon einen englischen Beitrag verfasst. Eine viel exzellentere Zusammenfassung der ersten Beiträge findet sich jedoch bei Grahnlaw.
Als Reaktion auf diese Studie entbrannte die Diskussion förmlich. Neben der Kritik an der Studie haben sich auch neuen Fragen aufgetan.
Mit quietschenden Reifen zur Jugend Europas

Auf Twitter und Facebook hatte ich schon mehrfach darauf hingewiesen. Eine Kommilitonin von mir aus Chemnitz fährt seit drei Wochen mit dem Europabus der Kommissionsvertretung in Deutschland und dem öffentlich-rechtlichen Radiosender JUMP für 10 Wochen durch insgesamt 50 mitteldeutsche Schulen und versucht den Schülerinnen und Schülern Europa nahe zu bringen. Offiziell heißt das Ganze dann:
“Die Europäische Kommission und das Jugendradio MDR JUMP begeben sich von April bis Juni gemeinsam auf Europatour durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mit einem speziell gestalteten Info-Bus, Soccer-Europameisterschaften, europäischen Sounds, Wissenstest und Workshops sowie vielen weiteren Angeboten wird den Schülern Europa nahe gebracht. Außerdem stehen Minister, Abgeordnete und junge Europäer den Jugendlichen Rede und Antwort.” (aus der Presseerklärung der Kommissionsvertretung vom 08. April 2010)
Als ich zum ersten Mal von der Aktion gehört habe, wußte ich nicht recht, ob ich’s gut oder schlecht finden sollte. Würde es überhaupt möglich sein, die Idee Europa an einem Schultag und dann von “außen” vermitteln zu können? Nur eines war klar, Manja musste bloggen. Und so habe ich sie mehr oder weniger dazu genötigt, ein kleines Reisetagebuch online zu führen, dessen Lektüre ich euch heute wärmstens an Herz legen möchte. Nicht nur lerne ich von bislang nie gehörten Städten und Dörfern aus dem Herzen Europas, sondern auch viel darüber, wie es sich eigentlich anfühlen muss, die Europäische Union tagtäglich von Neuem interessant erscheinen zu lassen.
Danke dir, Manja, dass du so ausdauernd von der Tour berichtest. Halte durch .. bitte.
Wer Visionen hat, sollte bloggen
Es ist wieder soweit. Am 09. Mai 2010 feiert Europa seinen Tag. Der Europatag markiert jenen Tag im Mai 1950, an dem der damalige französische Außenminister Robert Schuman seine Vision über die Zusammenlegung der deutschen und französischen Kohle- und Stahlproduktion erklärte, und damit die Entstehung der Montanunion und ihrer Nachfolgerinnen bis zur heutigen Union ins Rollen brachte. Es ist daher verständlich, dass der 09. Mai eine Art Feiertag für die EU darstellt. Man kann den Europatag aber natürlich auch am 05. Mai feiern. An diesem Tag im Jahr zuvor ist der Europarat gegründet worden. Meistens fällt jenes Datum aber etwas unter den Tisch.
Aber genug der Geschichte. Jubeleuropäer feiern ohnehin die ganze Woche vom 03. bis zum 09. Mai 2010. So auch das Team vom Bloggingportal.eu. Wir haben gedacht, dass wir in dieser Woche ein kleines Europafest auf unseren Blogs und auf dem Portal feiern wollen. Was als kleine Idee in den Kommentaren auf Stephen Spillanes Euroblog began, und über Twitter zu einem festen Plan reifte, mündet nun in einer sogenannten Blogparade, in der wir alle Leserinnen und Leser bitten, ihre Vision von Europa niederzuschreiben. Also ein Wenig wie Schuman vor 60 Jahren.
Wie soll Europa in der Zukunft aussehen? Was wünscht ihr euch für eine Europäische Union? Das würden wir gern erfahren,und allen zugänglich machen. Daher bitten wir euch, schreibt es nieder! Ihr könnt auf euren eigenen Blogs schreiben, oder auf dem eigens eingerichteten Blog My Europe Week, auf Facebook oder Twitter, oder hier einfach unten kommentieren. Wir bitten euch nur, dass ihr uns die Links zu den Artikeln zukommen lasst, sodass wir eine kleine Übersicht auf dem Bloggingportal über alle Beiträge zusammenstellen können. Danke.