Warum uns eine europäische “Blogger gg. Journalisten”-Debatte nicht weiterbringt

Ich habe eigentlich langsam genug von selbstreferenziellen Debatten. Sei es, und da fasse ich mir mit diesem Beitrag auch selbst an die Nase, wenn wir Euroblogger viel Energie in die Diskussionen über die europäische Blogosphäre legen. Wenn Blogger allgemein über ihren Stellenwert in der Medienlandschaft streiten. Twitterer über die gesellschaftliche Akzeptanz und so weiter. Die Liste ließe sich beliebig fortführen.

Gerade auf der europäischen Ebene sind diese Debatte aber besonders häufig, habe ich den Eindruck. Europa macht es nicht anders. Die Europäische Union (wie auch ihre Rechtsvorfahren) kümmert sich seit jeher mehr darum, was es eigentlich sein möchte, anstatt einfach zu sein. Diejenige, die viel mit den europäischen Institutionen zu tun haben, neigen zudem oft dazu, sie in ihrem Verhalten zu kopieren.

Ich finde aber, dass wir, wie die polititschen Verantwortlichen, unsere Energie anders, nämlich konstruktiver und produktiver, einsetzen sollten und könnten.

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Eurobloggerfrühstück in der Spanischen Botschaft (Update)

Nachdem mein erstes “Treffen” mit der spanischen Ratspräsidentschaft im Januar dieses Jahres leider ausfallen musste, bietet sich ganz spontan eine neue Möglichkeit. Die Spanische Botschaft in Berlin lädt per E-Mail, heute würde man wohl eher sagen viral, zu einem Europa-Blogger-Frühstück am 16. März 2010 mit dem Botschafter Rafael Dezcallar y Mazarredo ein.

Ich habe mich nach einigem Zögern doch zu diesem Frühstück angemeldet und bin in erster Linie gespannt, wen ich noch so alles treffen werde. Denn ein Wenig skeptisch bin ich schon. Die Homepage der Spanischen Botschaft hüllt sich bislang in Schweigen über das Treffen, auch sonst gibt sie nicht sonderlich viele Informationen über den spanischen Teil der Triopräsidentschaft der Europäischen Union. Da wundert mich die Wahl des Mediums, mit welchem über das Treffen berichtet werden soll.

In der Einladung, die ich auch über Twitter weitergeleitet hatte, heißt es:

Botschafter Dezcallar y Mazzarredo wird einen kleinen Kreis von Politik-Bloggern über die Prioritäten der Spanischen EU-Ratspräsidentschaft und über die aktuellen Entwicklungen in der EU informieren.

Der Botschafter will uns also informieren. Das ist gut, vielleicht dürfen wir auch nachfragen, das wäre besser. Überhaupt schwirren mir vor diesem Frühstück viele Fragen im Kopf. Werden die deutschsprachigen Euroblogger (Gibt es uns eigentlich?) für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Ratspräsidentschaft benutzt? Warum werden eigentlich ausdrücklich Blogger und nicht Journalisten eingeladen? Warum fühlt es sich bislang wie so ein elitäres Hintertürtreffen?

Wenn ich mir nur alleine die Fragen stellen, werde ich allerdings auch nicht schlauer daraus. Darum habe ich mich entschlossen,  die Chance zu nutzen und hinzufahren. Immerhin gibt es auch noch viele ungeklärte Sachfragen, die ich gern von den Spaniern erläutert wüßte. Allein Themen wie die EU2020-Strategie, die bisherige Umsetzung von Lissabon & ACTA sollten für genug Gesprächsstoff bieten.

Wer noch Interesse hat, an dem Frühstück teilzunehmen, kann sich bis Donnerstag anmelden. (Die Teilnehmerzahl ist begrenzt ist. Die Teilnehmer werden in der Reihenfolge des Eingangs Ihrer Rückmeldung registriert.)

Update vom 15. März 2010: Das Frühstück wurde abgesagt!