Laut, schnell, tief und doch zu hoch? — Ein Tag unterwegs mit der Europa(bus)tour

Am Dienstag machte die gemeinsame Europa(bus)tour von MDR und der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland halt in der Mittelschule in Chemnitz-Altendorf. Also in jener Stadt, in der ich seit viel zu langer Zeit am Abschluss meines Studiums arbeite. Ich überlegte keine zwei Mal. Wenn der ehemalige Weltmeisterschaftsbus der schwedischen Nationalmannschaft nun schon einmal in meiner Nähe ist, wollte ich mir das Europaspektakel nicht entgehen lassen. Ich habe also die Chance genutzt, und mir einen ganzen Tag lang angeschaut, wie so ein Tag auf der Europatour aussieht.

Wie muss man sich also einen Schultag vorstellen, wenn das selbsternannte Jugendradio JUMP auf dem Hof seine Soundanlage aufbaut und sich ein großer blauer Bus an den Eingang stellt?

Continue reading

Wiener Charme und ungarischer Pfeffer

Saisonabschlusskonzert der Robert-Schumann-Philharmonie auf dem Theaterplatz

Als ich dieses Weblog vor gut einem halben Jahr angefangen habe, war es einer meiner Absichten und Anliegen zu zeigen, dass Chemnitz eben doch schön sein kann. Ein erstes Beispiel soll hier das Freilichtkonzert der Robert-Schumann-Philharmonie sein, das dieses Jahr erneut stattfand. Ich weiß gar nicht, ob das eine jährliche Veranstaltung ist, ich vermute aber, dass der Erfolg des letzten Jahres, die Verantwortlichen der Chemnitz Oper heuer zu einer Neuauflage bewegte. Dieses Jahr mit neuem Dirigenten: Domonkos Héjá, einem Ungar. Und so sollte der Abend auch klingen. Nach einer eher langweiligen ersten öffentlichen Darbietung der neuen Big Band, konnten die versammelten Zuschauer endlich zu Donauklängen träumen und zum Csárdás wippen.

Der Dickschädel bleibt da!

Nischel, bei den Chemnitzer Begegnungen (im Original von Michael Wittig)

Da bin ich mal einige Tage unterwegs und fern des Studienortes, schon verpasse ich eine heiße Debatte, die die Stadt Chemnitz in die nationalen Medien bringt. Und dieses Mal ist es nicht mal in Verbindung mit Ausschreitungen beim Fußball oder Übergriffe von Rechten. Nein, dieses Mal geht’s um das Chemnitzer Wahrzeichen schlechthin: Die Karl-Marx-Statue!

Ein litauischer Künstler wollte die Sehenswürdigkeit von Chemnitz nach Münster auf die Ausstellung skulptur projekte münster 07 verfrachten. Das lehnte Chemnitz ab! Auch der Wunsch eine Kopie für die Ausstellung anzufertigen wurde von der Bürgermeisterin Ludwig abgelehnt.

Ich bin da etwas gespalten. Einerseits verstehe ich die Begründung, dass der “Nischel” ein Chemnitzer Original ist, und auch nur zusammen mit der Inschrift “Proletarier alle Länder vereinigt euch” im Haus dahinter als Objekt wahrgenommen werden muss. Aber andererseits hat sich die Stadt doch die Chance verspielt, ein bisschen Positivwerbung für sich zu machen. Ein Kopie hätte meiner Meinung nach der Stadt in keiner Weise geschadet. Denn so kommen sicherlich nicht mehr Besucher in die Stadt.

Offensichtlich hat die Stadt nun schon mindestens zwei Dickschädel.

Mehr zum Thema: