In zehn Schritten zum Euroblogger

Anfang 2009 hat der Euroblogger Julien Frisch eine Antwort auf die Frage geben, warum er blogge. Gegen Ende desselben Jahres hat er die Frage erneut aufgenommen und daraus eine Anleitung abgeleitet, wie man zu einem Euroblogger würde. Seine Antwort: “In zehn Schritten, weil alles in zehn Schritten gemacht werden kann.”

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Es rumort in der europäischen Blogosphäre

Derzeit finden vielerorts Diskussionen über den Zustand der Euroblogosphäre statt. Ausgelöst wurde sie von einer Studie (PDF via Jon Worth) über den Einfluß von europapolitischen Blogs auf Entscheidungen und Kommunikationsverhalten in der EU, welche die PR Agentur Waggener Edstrom vor genau einer Woche in Brüssel vorstellte. Die Studie legt ein Ranking von Euroblogs vor, hat  aber sogleich einen Sturm der Entrüstung wegen ihrer fragwürdigen Methode hervorgebracht.

Ich habe letzte Woche dazu  ja schon einen englischen Beitrag verfasst. Eine viel exzellentere Zusammenfassung der ersten Beiträge findet sich jedoch bei Grahnlaw.

Als Reaktion auf diese Studie entbrannte die Diskussion förmlich. Neben der Kritik an der Studie haben sich auch neuen Fragen aufgetan.

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Erstes deutsches BarCamp Europa in Hamburg

So könnte man die Unconference “Forum Europa“, die am 27. März in der Hansestadt Hamburg stattfindet, meiner Meinung nach nämlich auch nennen.

Endlich erreicht dieses geniale, weil offene und kreative, Organisationsprinzip europapolitische Sphären in Deutschland. Ich hatte ja noch auf dem letzten PolitCamp in Berlin bemängelt, dass es gerade während des Europawahlkampfes keine Session zu Europa oder der EU gab. (Bis auf jene freilich, die Kai Bojens und ich spontan über Twitter geplant haben.) Auch die Sessions des diesjährigen PolitCamps werden sich wohl größtenteils um nationale Netzpolitik kümmern, und  über Fragen der Bürgerrechte im Netz (SWIFT, ACTA, Netzneutralität) hinaus die europäische Dimension weitesgehend auslassen. (Ich werde gern berichten, wenn sich Europa glücklicherweise noch in anderen Felder zeigen würde.)

Umso schöner ist es also, dass sich ein kleines BarCamp nun ausschließlich dem Thema Europa widmet wird und versucht die Debatte über Europa im Norden des Landes zu fördern .. oder um mit Lars Becker einen der Veranstalter zu zitieren:

[Ich] bin guter Dinge, dass wir dort ein recht buntes Programm haben werden und würde mich freuen, wenn wir auch in der europapolitisch interessierten “Szene” das moderne Format der BarCamps etablieren könnten und diese Veranstaltung gut besucht würde.

Neben dem mitterweile obligatorischen Promitrack wird es natürlich, denn sonst wäre es ja kein BarCamp, viel Raum für eigene Ideen und Sessionvorschläge gehen. Ich habe selbst eine Session, wenig überraschend zur europäischen Blogosphäre, angemeldet und würde mich freuen in Hamburg ein Wenig mit euch diskutieren zu können.

Spanisches Bloggerfrühstück abgesagt

Mich erreichte heute Nachmittag die Benachrichtigung der PR-Agentur Burson-Marsteller [1], dass das für morgen geplante Bloggerfrühstück zur spanischen Ratspräsidentschaft “aufgrund eines zu geringen Rücklaufs abgesagt werden muss”. Es kommt in der Tat sehr kurzfristig, aber ich bin ehrlich gesagt wenig überrascht. Es ist ja leider nicht das erste Mal, dass die spanische Botschaft einen Termin platzen lässt. Euroblogger Julien Frisch hatte letzte Woche meine grundsätzliche Skepsis zu dem Format aufgenommen und seinen eigenen Schluss aus der Einladung gezogen:

“In advance, the “blogger breakfast” sounds like a big PR move, a story-teller on how transparent they are, while they actually don’t change their intransparency, they just extend it to a bunch of citizens who then write a blog about a two-hour breakfast paid by taxpayer money.”

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Auf der Suche nach einer europäischen Blogosphäre

.. kommt man mit der deutsche Sprache nicht mehr so weit. Wie ich vorhin gelesen habe, hat einer der wenigen, die noch auf Deutsch zu Europa gebloggt haben, seinen Blog eingestellt. Es hat den Anschein, dass es kaum noch deutsche Europablogs gibt, und das ist nicht nur aus persönlichen Gründen, weil ich nun einmal Deutsch-Muttersprachler bin, schade, sondern auch für alle Deutschsprecher schade und europaweit überraschend. Angesichts der Verbreitung der Sprache in der Europäischen Union hätte man anderes vermuten können. Schließlich geht’s bei den Franzosen ja auch. Es drängen sich natürlich gleich vielerlei Vermutung auf, warum es so wenig sind. Meine erste Idee wird wohl auch die Treffende sein. Die Deutschsprecher bloggen lieber auf Englisch. Ich kann das  nur zu gut verstehen. Gerade in der englischsprachigen, europapolitischen Blogosphäre sind viele Leute aktiv, damit viele Meinungen anzutreffen und es macht vor allem auch deswegen unheimlich Spaß, weil es eine Art der Gemeinschaft ist. Eine englischsprachige Blogger-Community, die sich für europäische Themen interessiert und in der eine lebhafte Debatte zu vielen verschiedenen Themen entstehen kann. Dazu kommt, dass die Debatten auf Englisch eben von vielen verschiedenen nationalen und kulturellen Hintergründen geführt werden. Das bereichert die Debatte um nützliche Sichtweisen und Standpunkte.

Aber wenn sich diese europapolitische Debatte nur auf Englisch abspielt, befürchte ich kommt die EU von ihrem Stereotyp eines Elitenvereins auch nicht weg. Und so kann ich mir nur schwerlich vorstellen, dass sich eine wahre europäische Öffentlichkeit entwickeln kann. Wäre es nicht wünschenswert, Europa auch ein bißchen in den deutschsprachigen Raum zurückzuholen und   europäischen Themen damit vielleicht mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu legen? Dafür brauchen wir Blogs und engagierte Menschen dahinter. Es sollen doch bitte nicht nur  die Europaabgeordneten sein, oder ausschließlich journalistische Angebote. Dann werde ich mich wohl mal auf die Suche begeben müssen. Irgendwo muss es doch gute, private deutschsprachige Blogs zu Europa geben? Kennt von euch vielleicht jemand welche?