Mit quietschenden Reifen zur Jugend Europas

Auf Twitter und Facebook hatte ich schon mehrfach darauf hingewiesen. Eine Kommilitonin von mir aus Chemnitz fährt seit drei Wochen mit dem Europabus der Kommissionsvertretung in Deutschland und dem öffentlich-rechtlichen Radiosender JUMP für 10 Wochen durch insgesamt 50 mitteldeutsche Schulen und versucht den Schülerinnen und Schülern Europa nahe zu bringen. Offiziell heißt das Ganze dann:

“Die Europäische Kommission und das Jugendradio MDR JUMP begeben sich von April bis Juni gemeinsam auf Europatour durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mit einem speziell gestalteten Info-Bus, Soccer-Europameisterschaften, europäischen Sounds, Wissenstest und Workshops sowie vielen weiteren Angeboten wird den Schülern Europa nahe gebracht. Außerdem stehen Minister, Abgeordnete und junge Europäer den Jugendlichen Rede und Antwort.” (aus der Presseerklärung der Kommissionsvertretung vom 08. April 2010)

Als ich zum ersten Mal von der Aktion gehört habe, wußte ich nicht recht, ob ich’s gut oder schlecht finden sollte. Würde es überhaupt möglich sein, die Idee Europa an einem Schultag und dann von “außen” vermitteln zu können? Nur eines war klar, Manja musste bloggen. Und so habe ich sie mehr oder weniger dazu genötigt, ein kleines Reisetagebuch online zu führen, dessen Lektüre ich euch heute wärmstens an Herz legen möchte. Nicht nur lerne ich von bislang nie gehörten Städten und Dörfern aus dem Herzen Europas, sondern auch viel darüber, wie es sich eigentlich anfühlen muss, die Europäische Union tagtäglich von Neuem interessant erscheinen zu lassen.

Danke dir, Manja, dass du so ausdauernd von der Tour berichtest. Halte durch .. bitte.

Die jungen Wilden des Europäischen Parlamentes

Das Europäische Parlament leidet unter dem Ruf, dem ihm die Europäische Union einbringt. Es wird mancherorts als intransparentes, bürokratisches Monster gesehen, als Altenheim für verdiente oder in Ungnade gefallene, nationale Politiker. “Hast du einen Opa, schick ihn nach Europa” bestätigt sich leider immer wieder. Aber das Europäische Parlament ist auch entscheidend für unseren Alltag. Immer wieder gern kommt an dieser Stelle das Argument, dass 70-80% der  lokalen Gesetze und Verordnungen aus Bruxelles und Strasbourg stammen. Es herrscht also ein Ungleichgewicht zwischen öffentlicher, populärer Meinung und eigentlicher Wichtigkeit des Parlamentes. Da ist es sicher nicht einfach, für diese Institution seinen Job zu verrichten. Wer kennt schon die vielen Menschen, welche die kleinen Dinge im Europäischen Parlament machen? Diejenigen, die kopieren, übersetzen, telefonieren, kochen und für Sicherheit sorgen. Es sind viele fleißige, auch junge Menschen, die das Problem haben, dass nur Wenige wissen, wie wichtig sie eigentlich sind, vielleicht weniger für den internen Betrieb als für das  Bild, das wir alle vom EP haben. Das stelle ich mir sehr deprimierend vor. Continue reading

Le Taurillon jetzt auch auf deutsch

Das französische Onlinemagazin der Jeunes Européens “Le Taurillon” scheint ein Erfolg zu sein. Die Jungen Europäer starteten nach der französischen, englischen und italienischen Version nun auch eine deutschsprachige. Seit dem 15. Januar 2007 erscheint diese nun als Kooperation aus den Jeunes Européens, den Young European Swiss, der JEF-Österreich sowie der JEF-Deutschland und trägt sogleich den Namen “Der Europastier“.

“Europastier soll dazu beitragen, für alle Proeuropäer einen Raum für freien Ausdruck, Begegnungen, Kommunikation und Nachdenken im deutschsprachigen Netz zu schaffen”, so die Redaktion in ihrer Selbstdarstellung.

Damit macht es sich der Europastier sicherlich nicht einfach. Das 2001 gegründete Nachrichtenmagazin “Café Babel” bezeichnet sich nicht zu unrecht als die Europa-Zeitung. Café Babel ist sowas wie der Platzhirsch unter den europäischen Online-Jugendzeitschriften. Es erscheint in sieben Sprachen und gibt sich als das Medium, das der “Eurogeneration” eine Stimme geben will. Gegen Café Babel wird wohl kein Ankommen sein. Und im Interesse einer wahren Vielfalt darf es das auch nicht!

Spannend wird es also zu sehen, wie sich der Europastier abgrenzen wird. Wenn man sich mal die Anzahl der Artikel und die Kommentare anschaut, scheinen es die Macher mit der französischen Version ja geschafft zu haben.