Kroes will uns noch immer nicht mitreden lassen

Die Kommissarin für die Digitale Agenda der Europäischen Union hatte einen, sagen wir, holprigen Anfang, wenn es nach der Blogosphäre geht. Nun sollte sie aber genügend Zeit gehabt haben, ihr volles digitales Verständnis unter Beweis zu stellen … sollte man meinen. Ihr Blog hat sich nicht verändert. Zugegebenermaßen nutzt sie oder ihr Team es nun, um den Bürgerinnern und Bürger ihre tollen Geschichten über Netzneutralität und “interesting new media projects” zu senden.

Aber mehr hat sich auch nicht verändert. Keine große Agentur, die ihr ein schönes Klickiblinkiportal aufgezwungen hat, aber eben auch keine nötigen Verbesserung, um es zu einer wirklichen Kommunikationsmöglichkeit werden zu lassen. Noch immer hat sie einen feinen Zähler eingebaut, der jeden Klick auf der Seite misst, mit den eigentlichen Besuchen aber nichts gemein hat. Aber das wäre ja alles gar nicht so schlimm. Viel tragischer ist nämlich, dass Kommissarin Kroes in ihrem Überschwung über die neue Internetrevolution, über die sie in Valencia berichtet hat, eine direkte Frage an ihre Leserinnen und Leser stellt:

“This is the next internet revolution – creating the platforms that will let us use information and sensor networks in much more sophisticated ways. To improve traffic, change how we farm, save on energy bills, name it.  Imagine, for example, a public services version of the App Store. Wouldn’t that be a great outcome?

Gerne würde ich antworten. Es ist aber eigentlich egal, ob wir das nun ein great outcome finden oder nicht. Neelie Kroes wird es nie erfahren. Selbst, wenn man sich beim Blogsystem der Kommission registriert, darf man keine Kommentare auf ihrem Blog hinterlassen. (Auf die Möglichkeit bin ich erst gar nicht gekommen, bis Stefan Happer mich auf die Idee gebracht hat. Für  die Blogs von Georgieva and Piebalgs funktioniert es.) Da nützt es freilich auch überhaupt nichts, wenn ich mir den Feed der einzelnen Kommentare abonnieren kann. Keine Kommentare, kein Inhalt. Das gilt nicht nur für den Feed, sondern vor allem auch für ihr Weblog.

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