
Wenn es nach den Mitgliedsstaaten geht, führt die Europäische Union bald ein Erasmusprogramm für Touristen ein. Mit dem Vertrag von Lissabon hat die EU für sich eine Prioriät in Tourismus gefunden. Sie hat sich damit erstmals eine spezifische Kompetenz in diesem Bereich verschafft. Die Europäische Kommission soll nun der EU einen Vorschlag für eine einheitliche europäische Tourismuspolitik vorlegen. Dafür haben sich am 15. April die Tourismusminister der Mitgliedsstaaten informell getroffen, um der Kommission den Weg zu weisen. Ihre Ergebnisse haben sie in der Erklärung von Madrid (PDF) zusammengefasst.
Einen Nachteil für den Tourismus als europäische Industrie, die die Minister vergangene Woche sahen, lag in der Saisonalität der Arbeit in der Tourismusbranche. Schließlich stehen viele Arbeitnehmer in dieser Branche in Nebensaison ohne Job da. Das soll sich, wenn es nach den Ministern geht, nun ändern. Um eine höhere Nachfrage auch in der Nebensaison zu erreichen, empfehlen sie Urlaub in Europa vor allem für ökonömische oder sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen finanziell zu fördern.
“In addition, the Commission might consider consolidating the current budget lines used for the support and coordination of tourism initiatives, under a coherent and comprehensive financial framework for tourism. [...] Facilitating the access to holidays to groups with impaired mobility or those who are socially and/or economically disadvantaged, promoting as the same time a better and more prolonged use of tourist infrastructures, the maintenance of tourist activity in the regions for longer periods, and a strengthening of the feeling of European citizenship.” (Declaration of Madrid, 15. April 2010)
Das klingt also in der Tat so wie die Mobilitätsprogramme der Europäischen Kommission für Studierende, junge Berufstätige oder Schüler. Wo kann ich mich anmelden?
Ich auch, bitte. Als Studentin sollte ich doch auf jeden Fall als “economically disadvantaged” durchgehen, oder?