Das Europäische Parlament leidet unter dem Ruf, dem ihm die Europäische Union einbringt. Es wird mancherorts als intransparentes, bürokratisches Monster gesehen, als Altenheim für verdiente oder in Ungnade gefallene, nationale Politiker. “Hast du einen Opa, schick ihn nach Europa” bestätigt sich leider immer wieder. Aber das Europäische Parlament ist auch entscheidend für unseren Alltag. Immer wieder gern kommt an dieser Stelle das Argument, dass 70-80% der lokalen Gesetze und Verordnungen aus Bruxelles und Strasbourg stammen. Es herrscht also ein Ungleichgewicht zwischen öffentlicher, populärer Meinung und eigentlicher Wichtigkeit des Parlamentes. Da ist es sicher nicht einfach, für diese Institution seinen Job zu verrichten. Wer kennt schon die vielen Menschen, welche die kleinen Dinge im Europäischen Parlament machen? Diejenigen, die kopieren, übersetzen, telefonieren, kochen und für Sicherheit sorgen. Es sind viele fleißige, auch junge Menschen, die das Problem haben, dass nur Wenige wissen, wie wichtig sie eigentlich sind, vielleicht weniger für den internen Betrieb als für das Bild, das wir alle vom EP haben. Das stelle ich mir sehr deprimierend vor.
Dann werde ich in letzter Zeit aber immer wieder eines besseren belehrt. Gerade die 39 Webredakteure des Europäischen Parlamentes zeigen, dass die Jungen und Motivierten das Parlament voranbringen wollen. Sie versuchen einerseits mehr Licht ins parlamentarische Dickicht zu bringen und andererseits die Arbeit und Inhalte des Parlamentes mit den Bürgerinnen und Bürgern zu verbinden. Und sie machen vieles richtig. Zugegebenermaßen sind sie als Internetredaktion in der glücklichen Position, ohnehin sehr kommunikativ und technikaffin zu sein, aber dies möchte ich ihnen nicht als Nachteil auslegen, im Gegenteil. Sie setzen das konsequent um, was sie sich auch für ihre Arbeit vornehmen. In ihrem privatem Teamblog (www.writingforyeu.eu) machen sie das spannend, was kaum einer hinterblickt, ihre tägliche Arbeit. Das beste Beispiel war sicher, dass sie offen nach den Wünschen und Anregungen für die neue Internetseite des EPs gesucht haben. Das Schöne aber ist, dass sie kommunizieren und nicht nur senden. Sie gehen auf Fragen ein, reden mit uns und schaffen das, was sich alle auf die Fahnen schreiben und keiner umzusetzen schafft. Sie verbinden Menschen, mit anderen Menschen und mit dem Ungeheuer Europäische Union.
Dafür Danke, liebes Webteam! Ich hoffe ihr könnt so weiter machen und ein Wenig auf andere Mitarbeiter abfärben. Vor allem aber wünsche ich euch, dass man euch weiterhin machen lässt.
In diesem aktuellen Video stellt die Internetredaktion sich selbst und ihre Netzaktivitäten:
Auf ihrer Vimeoseite gibt’s dieses Video auch aufgeteilt in mehrere Häppchen, der Besuch lohnt.
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