Mir ist natürlich bewusst, dass Daniel Cohn-Bendits Rede im Europäischen Parlament anlässlich der Vorstellung der neuen Kommission nun schon etwas zurückliegt. (Er hielt sie am 9. Februar 2010).
Erstaunlicherweise hat sie aber wenig Widerhall in den traditionellen Medien gefunden, was auch Fabien Cazenave auffällt. Dabei bietet sie sich meines Erachtens sehr gut (zumindest für französischsprachige Medien) an. Nicht nur wegen der offensichtlichen Scharmützel mit Martin Schulz, oder geradlinigen Abrechnung mit der Kommission, sondern vielmehr wegen der Aufforderung an das EP, endlich mit den Banalitäten der europäischen Politik aufzuhören, hätte sie mehr Resonanz in den Mitgliedsstaaten erfahren dürfen. Cohn-Bendit meint, man wolle ein politisch geeintes Europa, doch jedes Mal, wenn sich die Möglichkeit dafür biete, verpatze man es in der EU. Das müsse aufhören.
Ich kann ihm nur zustimmen und hoffe, dass seine Forderung an das Europäische Parlament nicht nur aus parteipolitischen Interessen heraus geboren sind.
Mais ce que je voudrais une fois, c’est qu’on arrête avec les banalités, qu’on arrête avec les généralités. On veut une Europe politique. À chaque fois qu’il y a une occasion d’avoir une Europe politique, on rate le coup! (Auszug aus dem Redeprotokoll des Europäischen Parlaments)
Update vom 18. Februar 2010: Wegen der hohen Nachfrage liefere ich hier noch gern den Link zum offiziellen EP-Videomitschnitt mit der Übersetzung nach: Link
Denjenigen, die Probleme beim Abspielen haben, empfehle ich die Videos dort von der Seite herunterzuladen. Die Videodatei (ca. 70 Mb) enthält alle Sprachversionen und macht sich sicherlich schön im heimischen Archiv.
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