.. kommt man mit der deutsche Sprache nicht mehr so weit. Wie ich vorhin gelesen habe, hat einer der wenigen, die noch auf Deutsch zu Europa gebloggt haben, seinen Blog eingestellt. Es hat den Anschein, dass es kaum noch deutsche Europablogs gibt, und das ist nicht nur aus persönlichen Gründen, weil ich nun einmal Deutsch-Muttersprachler bin, schade, sondern auch für alle Deutschsprecher schade und europaweit überraschend. Angesichts der Verbreitung der Sprache in der Europäischen Union hätte man anderes vermuten können. Schließlich geht’s bei den Franzosen ja auch. Es drängen sich natürlich gleich vielerlei Vermutung auf, warum es so wenig sind. Meine erste Idee wird wohl auch die Treffende sein. Die Deutschsprecher bloggen lieber auf Englisch. Ich kann das nur zu gut verstehen. Gerade in der englischsprachigen, europapolitischen Blogosphäre sind viele Leute aktiv, damit viele Meinungen anzutreffen und es macht vor allem auch deswegen unheimlich Spaß, weil es eine Art der Gemeinschaft ist. Eine englischsprachige Blogger-Community, die sich für europäische Themen interessiert und in der eine lebhafte Debatte zu vielen verschiedenen Themen entstehen kann. Dazu kommt, dass die Debatten auf Englisch eben von vielen verschiedenen nationalen und kulturellen Hintergründen geführt werden. Das bereichert die Debatte um nützliche Sichtweisen und Standpunkte.
Aber wenn sich diese europapolitische Debatte nur auf Englisch abspielt, befürchte ich kommt die EU von ihrem Stereotyp eines Elitenvereins auch nicht weg. Und so kann ich mir nur schwerlich vorstellen, dass sich eine wahre europäische Öffentlichkeit entwickeln kann. Wäre es nicht wünschenswert, Europa auch ein bißchen in den deutschsprachigen Raum zurückzuholen und europäischen Themen damit vielleicht mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu legen? Dafür brauchen wir Blogs und engagierte Menschen dahinter. Es sollen doch bitte nicht nur die Europaabgeordneten sein, oder ausschließlich journalistische Angebote. Dann werde ich mich wohl mal auf die Suche begeben müssen. Irgendwo muss es doch gute, private deutschsprachige Blogs zu Europa geben? Kennt von euch vielleicht jemand welche?
Comments 4
Ja, leider gibt es tatsächlich sehr sehr wenig auf deutsch zur EU in der Blogosphere. Auch in Österreich siehts da relativ schlecht aus.
Unter http://bloggingportal.eu/reader/blogs findet man ein paar deutschsprachige Blogs, aber eben auch wieder von Journalisten wie Jochen Bittner von der ZEIT.
Woran liegts? Jemand hat auch mal gesagt, dass in Deutschland die Medienlandschaft recht breit sei und sich deshlba Blogs nicht so durchsetzen wie in den USA oder Frankreich.
Und in Österreich kann man auf so gut wie allen Tageszeitungsseiten Kommentare schreiben, was der Blogosphere auch etwas den Wind aus den Segeln nimmt.
Posted 17 Jun 2009 at 00:20 ¶Danke für deinen Kommentar, europapolitik.at,
an die relativ breite Medienlandschaft habe ich noch gar nicht gedacht. Aber diese scheint mir auch im englischsprachigen Raum durchaus vielseitig zu sein. Andereits sind wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Webentwicklung ohnehin noch um fünf Jahre hinterher. Kann sich also noch bessern :)
Bittners Blog zum Lissaboner Vertrag fand ich zum Beispiel klasse! Ich meinte mit journalistischen Angeboten weniger journalistisch gute, sondern eher professionelle Angebote, habe mich da missverständlich ausgedrückt. Auch sind, wie du richtig festgestellt hast, Projekte wie das Bloggingportal.eu gute Anläufe, ein bißchen mehr Überblick über das zu geben, was da draußen alles gibt.
Posted 17 Jun 2009 at 18:36 ¶Hey Martin,
Posted 25 Jun 2009 at 17:22 ¶toll dass du bloggst, und vor allem, dass du auf Deutsch bloggst! Die Europapolitik braucht definitiv mehr Mehrsprachigkeit. Hoffentlich gibst du nicht nach: ich freue mich schon auf interessante Europalektüren auf Deutsch!
Hier ist übrigens ein interessanter Blogartikel, der sich ähnliche Fragen stellt. Beachtet auch die Kommentare.
Felix Salmon: “10 reasons for the lack of German econobloggers”
Posted 09 Jul 2009 at 23:38 ¶http://blogs.reuters.com/felix-salmon/2009/04/19/10-reasons-for-the-lack-of-german-econobloggers/
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