NFL Europa wird eingestellt

Die Nachricht erreicht mich soeben wie ein Schlag. Auf der gestrigen Pressekonferenz der NFL Europa hat man mitgeteilt, dass der europäische Ableger des amerikanischen Footballverbandes (NFL) eingestellt wird. Komplett. Das heißt auch, dass es keine europäische Liga mehr gibt. Von heute auf morgen! Stattdessen sollen nun die frühzeitig angekündigten regulären NFL Spiele auf europäischem Boden (eines in London und in Deutschland frühestens eines 2008) allein ausreichen, die Nachfrage der Fans zu sättigen.

Fast möchte ich mir vor dem Kopf schlagen und laut ausrufen, dass das klar war. Logisch, vor fünfzehn Jahren hat man angefangen, den Sport in Europa profitabel zu machen, hat mit der World League of American Football die Idee entwickelt, die ganze Welt für den Sport zu erschließen. Doch nun folgt die Ernüchterung. Es war nicht der Sport, der im Vordergrund stand, sondern wie leider so oft in den Vereinigten Staaten das liebe Geld. Dass das nicht ganz mit dem europäischen Verständnis einhergeht, haben die Betreiber der NFL Europa (vormals NFL Europe) wohl nun auch bemerkt und die Reißleine gezogen. Zu wenig Medienabdeckung, nicht lohnend genug wohl das Fazit bei den Ligachefs. Aber obwohl nur wenige Mannschaften diese Liga ausmachten (darunter, die von mir favorisierten, in letzter Zeit aber nicht so erfolgreichen Berlin Thunder) sahen sich im Schnitt über 20.000 Menschen jedes Spiel live im Stadion an. Im Finalspiel Hamburg gg. Frankfurt sogar über 48.000. Aber da ist auch schon wieder mein Fehler. Es sind nicht die Vereine, die gegeneinander spielen, sondern die Firmen: Hamburg Sea Devils gegen Frankfurt Galaxy.

Ich frage mich echt, wie die Leute hier in Europa je Spaß an der Sportart gewinnen sollen, wenn der Sport doch eigentlich gar nicht Gegenstand des Unterfangens ist. Es wird jedenfalls nicht trösten, dass wir nun anstatt unsere eigenen Clubs anzufeuern, 2008 zwei amerikanische Franchises bejubeln dürfen. Ich bezweifle, dass das gut ausgeht. Einer wird den Kürzeren ziehen müssen. Der aufrichtige Fan der Sportart ist es in jedem Fall.

Alles hat ein Ende

mission accomplished

Es ist vorbei, bye bye Junimond, möchte ich singen. Sechs Monate deutscher Ratspräsidentschaft sind zu Ende. Mit Erleichterung aber Wehmut schaue ich zurück auf das vergangene halbe Jahr, das Deutschland so viel Europa und Europa soviel Deutschland gebracht hat. Dieses Halbjahr war intensiv, es gab viele Veranstaltung und es war mir, der immer ein bißchen für die Idee eines vereinten Europas einsteht und versucht den europäischen Gedanken und diesen gemeinsamen Geist weiterzutragen, um vieles leichter, Gehör zu finden. Es schien fast so, als wollten viele getragen durch die massive Medienpräsenz der Europäischen Union mehr über Europa und unser Leben auf diesem Kontinent wissen. Das macht mich froh, und ich hoffe ganz stark, dass es uns möglich sein wird, ein wenig von dieser Europhorie in das nächste Halbjahr hinüberzuretten. Dann, wenn Portugal die Ratspräsidentschaft übernimmt wird, wird es hier wohl ruhiger. Und ich bemerke so gegen Ende des Monats auch ein gewisses Sättigungsgefühl bei dem einen oder der anderen. Also lasst jetzt eine kleine Sommerpause einlegen, um dann frisch gestärkt mit vollem Elan Europa wieder auf die Straße zu bringen. Denn genug zu tun, gibt es schließlich immern.

Der kleine Unterschied

Orthographie

Diese Wochenende hatte ich das Glück, in der mittelalterlichen Stadt Erfurt zu verweilen. Diese Stadt lässt sich wohl am einfachsten mit dem Attribut “schön” versehen. Nicht zuletzt eine Stadtwanderung mit dem Nachtwächter hat mich zu dieser Bewertung veranlasst. Aber leider musste ich zu meinem Entsetzen doch an einer Stelle ein Manko, einen Schnitzer, entdecken.

Im Europäischen Informationszentrum (EIZ) in Erfurt ist mir nämlich die Wand mit den Bildern der EU-Mitgliedsstaaten aufgefallen. Alle siebenundzwanzig sind zwar vorhanden, leider sind aber nicht alle richtig geschrieben. Und gerade im EIZ hat mich das doch verwundert. Sowohl Ungarn als auch die Slowakische Republik sind in ihrer Landessprache falsch geschrieben worden. Die Česká Republika ist seltsamerweise korrekt auf der Tafel. Nun fehlen es Magyarország und der Slovenská Republika lediglich nur an einem diakritischem Zeichen mag man entgegnen, aber das darf man meines Erachtens nicht gelten lassen. Schließlich haben diese Länder einfach jene Akzente in ihren Worten, und ich schäme mich echt ein wenig fremd für das Informationszentrum.